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2. Bochumer Sportmanagement-Symposium am 18. Jnaur 2012 fand großes Interesse

Um zu erfahren, ob Karriereberatung und Vermarktung im Spitzensport der Schlüssel zum Erfolg sein kann, lieferte das 2. Sportmanagement Symposiums der Ruhr-Universität Bochum am 18. Januar 2012 aufschlussreiche Antworten. Rund 70 Teilnehmer, darunter zahlreiche Vertreter von Verbänden, Vereinen und Agenturen, konnten in interessanten und engagierten Fachvorträgen namhafter Experten Einblicke in die Betreuungspraxis von Hochleistungssportlerinnen und Sportlern gewinnen.

In Ihrem Eröffnungsvortrag zeigte Frau Prof. Marie-Luise Klein, Leiterin des veranstaltenden Lehr- und Forschungsbereiches Sportmanagement & Sportsoziologie der Ruhr-Universität Bochum das Spannungsfeld auf, in dem sich Athletinnen und Athleten befinden. Schul- und Berufsausbildung, sportliche Karriereplanung und die für Profisportler unerlässlichen Positionierung- und Vermarktungsaktivitäten müssen dabei strategisch sinnvoll miteinander in Einklang gebracht werden.

Als Vertreter gemeinnütziger Förderinstitutionen betonte Herr Jürgen Brüggemann, Geschäftsführer der Sportstiftung NRW, die Notwendigkeit der Förderung von Athletinnen und Athleten. Denn die überwiegende Mehrheit der Teilnehmer an Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften ist auf Unterstützungsleitungen öffentlicher Institutionen und Stiftungen abhängig. Nur etwa 5 % der Spitzensportlerinnen und –sportler sind in der Lage, durch Erwerbseinkünfte aus dem Beruf Sport ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können.

Dass hierbei einerseits bestimmte Risiken abzusichern und andererseits im Rahmen des Möglichen ein nachhaltiger Vermögensaufbau erforderlich sind, machte Christian Schmeckmann als Beratungsexperte von MLP deutlich. In seinem Vortrag stellte er die Leistungen des unter seiner Mitwirkung ins Leben gerufenen DFB-VDV Versorgungswerkes dar, das sowohl Vertragsamateuren und Lizenzspieler als auch Angestellten von Fußballvereinen eine auf die individuelle Karriere- und Lebenssituation angepasste Kapitalanlage und einen entsprechenden Versicherungsschutz ermöglicht.

Andreas Steiniger beleuchtete das Thema Karriereberatung und Vermarktung aus der Sicht der Agentur Tri:ceps, die sich ganz auf die Positionierung und Vermarktung von Spitzensportlerinnen und Sportlern konzentriert. An interessanten aktuellen Beispielen, wie etwa der zurzeit erfolgreichsten Biathletin Magdalena Neuner, stellte er die Vermarktungsmöglichkeiten von Spitzenathletinnen und –athleten dar.

Abschließendes Highlight der Veranstaltung war die von Peter Großmann, WDR, moderierte Podiumsdiskussion. Zum Thema „Beratungsbedarf von Spitzensportlerinnen und –sportlern“ kam es zu einem angeregten und aufschlussreichen Austausch, bei dem auch Fragen und Anmerkungen aus dem Publikum in die Diskussionen integriert wurden. In dieser Experten-Runde wusste jeder Diskutant das Plenum für seinen Themenbereich zu begeistern.

So zeigte Prof. Kellmann vom Lehr- und Forschungsbereich Sportpsychologie der Ruhr-Universität Bochum, der diverse Mannschaften des VfL Bochum betreut, die Fortschritte und steigende Relevanz psychologischer Beratung im Spitzensport auf. Martina Weber berichtete als ehemalige Nationalspielerin von ihren Erlebnissen im Profi-Basketball der Frauen. In ihrer langjährigen Karriere konnte sie Erfahrung in Deutschland, den USA aber auch Russland sammeln. Rückblickend hätte sie sich vor allem in psychologischer Hinsicht eine umfassende Beratung und Betreuung gewünscht, um mit den enormen Drucksituationen im Profi-Sport besser umgehen zu können. Mit ihrer Beratung in finanziellen und transferpolitischen Entscheidungen war sie allerdings zufrieden, wobei sie hervorhebt, dass diese Unterstützung
vor allem im Ausland unabdingbar war.

In Bezug auf die Beratung von Nachwuchsathleten des Olympia-Stützpunkts Westfalen äußerte sich der Laufbahnberater Elmar Stumpe. Vor allem der steigende Erfolgsdruck und die Flut an Athletenberatern bereits im Nachwuchsbereich hält er für bedenklich. Eine gänzlich andere Möglichkeit für Spitzensportler zeigt Dietmar Kaufmann als Vertreter der ARAG als größtem Sportversicherer Europas auf. Denn neben Versicherungsangeboten für die verschiedensten Sportorganisationen ermöglicht die ARAG darüber hinaus ehemaligen Spitzensportlern einen Einstieg in die Berufswelt nach der Karriere. Typische Charaktereigenschaften wie Durchhaltevermögen, Fokussierung auf realistische Ziele und Teamfähigkeit bieten aus seiner Sicht günstige Voraussetzungen für eine „Karriere nach der Karriere“.

Als für den Profi- und Nachwuchsbereich verantwortliches Vorstandsmitglied des VfL Bochum ist Jens Todt täglich mit der Frage der richtigen Beratung für Spieler konfrontiert. Seiner Einschätzung nach nimmt der Erfolgsdruck auf Nachwuchsspieler stetig zu. Allerdings wird diese zusätzliche Belastung durch eine hohe Erwartungshaltung oft im engeren sozialen Umfeld produziert. Als Manager des VfL Bochum freut sich Jens Todt allerdings schon, wenn es jährlich wenigstens ein Jugendspieler in die Profi-Mannschaft des Clubs schafft. Der VfL forciert daher seit einigen Jahren auch die psychologische Beratung seiner Spieler und Trainer. Zum Thema Spielerberater hat Herr Todt allerdings eine gespaltene Meinung: „Es gibt viele Gute aber auch viele schlechte Spielerberater. Es hängt dabei Vieles vom Elternhaus ab.“

Beim abschließenden get together ließen Referenten und Zuschauer die gelungene Veranstaltung ausklingen. Nach der erfolgreichen Fortsetzung des Veranstaltungsformats freuen sich die Veranstalter auf das 3. Bochumer Sportmanagement Symposium im kommenden Winter.

Hier finden Sie einige Impressionen der Veranstaltung.

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